Die Angebotsmieten von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind 2011 im Bundesdurchschnitt um 2,9 % gestiegen. In Westdeutschland betrug das Plus 2,7 % auf 6,72 €/m2, in Ostdeutschland 3,5 % auf 5,51 €/m2. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Aber auch die Neubautätigkeit habe sich merklich belebt. Die Baugenehmigungen für Wohnungen hätten in 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 21,7 % zugelegt, im Geschosswohnungssegment sogar um 26,8 %. Aufgrund der aktuellen Marktlage sei zu erwarten, dass der Wert von bundesweit rund 193.000 benötigten neuen Wohnungen/Jahr rasch erreicht oder zeitweilig sogar überschritten wird, vgl. Pressemitteilung v. 29.3.2012, bbsr.bund.de
Branchen-Infos, Verbände
Für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm werden trotz des Milliardenlochs im Energie- und Klimafonds nun doch – wie geplant – 1,5 Millarden jährlich zur Verfügung gestellt. Dem entsprechenden Vorschlag der Bundesregierung hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am 21.3.2012 zugestimmt. Auch für die Städtebauförderung sind im kommenden Jahr 455 Mio. € und somit keine Kürzungen vorgesehen. Sparen will die Bundesregierung allerdings beim Programm Energetische Stadtsanierung, das von ursprünglich geplanten 92 Mio. € auf 64,4 Mio. € eingedampft werden soll, vgl. IZ v. 22.3.2012
In ihrem Monatsbericht Februar 2012 stellt die Deutsche Bundesbank einen beschleunigten Preisauftrieb fest, der den deutschen Wohnimmobilienmarkt mittlerweile in der Breite erreicht habe. Erstmals seit dem Wiedervereinigungsboom der 90er Jahre sei ein konjunktuereller Aufschwung hierzulande wieder mit einer markanten Preisreaktion auf den Häusermärkten verbunden. Auf Basis von Angaben der BulwienGesa AG für 125 Städte seien die Preise im Jahr 2011 um 5,5 % gestiegen (nach einem Anstieg um 2,5 % in 2010). Am höchsten falle der Preisanstieg wiederum in den größeren Städten und deren Umland aus (in 2011: 7 % für Reihenhäuser und Eigentumswohnungen in Städten über 500.000 Einwohner; in 2010: 3,5 %), vgl. bundesbank.de
In deutschen Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstandorten müssen in den kommenden fünf Jahren 825.000 neue Mietwohnungen gebaut werden. Zu diesem Ergebnis kommen zwei aktuelle Studien des Pestel-Instituts in Hannover und des Bochumer Wohnungsbauexperten Volker Eichener im Auftrag der „Kampagne Impulse für den Wohnungsbau“ (ein Bündnis führender Organisationen und Verbände der Bau- und Immoblienbranche, u.a. IG BAU, ZDB, DMB, BFW). Aktuell fehlen den Studien zufolge allein in den zehn Städten mit dem größten Wohnungsmangel mehr als 100.000 Mietwohnungen. Die „Top 10“:
|
Stadt |
fehlende Mietwohnungen |
|
München |
31.000 |
|
Frankfurt am Main |
17.500 |
|
Hamburg |
15.000 |
|
Stuttgart |
8.000 |
|
Köln |
7.000 |
|
Düsseldorf |
6.400 |
|
Region Hannover |
5.200 |
|
Bonn |
5.000 |
|
Karlsruhe |
3.600 |
|
Freiburg |
3.000 |
Vor diesem Hintergrund fordert die „Kampagne“ eine neue Wohnungsbaupolitik (Kernvorschlag: Erhöhung des jährlichen Abschreibungssatzes auf 4 % und Verdoppelung der Kompensationszahlungen vom Bund an die Länder mit strenger Zweckbindung an die Neubauförderung), vgl. Pressemitteilungen v. 1.3.2012, mieterbund.de
Vor einigen Wochen hatte Wolfgang Schäuble mitgeteilt, dass in diesem Jahr statt der angekündigten 1,5 Millarden nur 900 Millionen € für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm zur Verfügung stehen werden, vgl. newsticker Info M 1/2012. Bei einem Koalitionstreffen haben sich Union und FDP aber darauf verständigt, dass zwischen Anfang 2012 und Ende 2014 nun doch – wie geplant – 1,5 Millarden jährlich zur Verfügung gestellt werden sollen. Ganz in trockenen Tüchern ist das aber noch nicht. Es ist nämlich die Zustimmung des Haushaltsausschusses vonnöten, der die Entscheidung in seiner Sitzung am 8.3. vertagt hat.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rät Deutschland dazu, sein Steuersystem radikal zu verändern. Der Faktor Arbeit müsse von Steuern und Sozialabgaben entlastet werden. Im Gegenzug sollten neben der Mehrwertsteuer insbesondere die Steuern für Immobilien deutlich erhöht werden. Das belaste das Wirtschaftswachstum weit weniger. Konkret empfiehlt die OECD insbesondere die Einführung aktueller Immobilien-Verkehrswerte als Bezugsgröße der Besteuerung und eine Anhebung der Grundsteuer-Hebesätze, vgl. Immobilien Zeitung v. 15.2.2012.
„Was ist Ihnen bei der Wahl einer neuen Wohnung oder eines neuen Hauses besonders wichtig?“ Das fragte der Öko-Energieanbieter Lichtblick in einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern. Die Top 5 Antworten:
1. Miet- oder Kaufpreis (77 %)
2. Optimale Wärmedämmung (69 %)
3. Lage (67 %)
4. Energiesparende Heizanlage (63 %)
5. Zimmer-Aufteilung und Schnitt (62 %)
Nur auf den hinteren Plätzen landeten die „Klassiker“ Größe (56 %) und Ausstattung (35 %), vgl. Pressemitteilung v. 20.2.2012, lichtblick.de
Für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm werden in diesem Jahr statt der angekündigten 1,5 Millarden nur 900 Millionen € zur Verfügung stehen. Das teilt die Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit. Hintergrund: Die Erlöse aus der Versteigerung von CO2-Emmissionszertifikaten, über die das Programm gespeist wird, fallen mit derzeit etwa 10 € je Zertifikalt deutlich geringer aus als kalkuliert (17 € je Zertifikat), vgl. Pressemitteilungen v. 30.1.2012 und 9.2.2012, mieterbund.de; Pressemitteilung v. 30.1.2012, hausundgrund.de
Der von der Immobilien Zeitung gegründete und vom Zentralen Immobilen Ausschuss (ZIA) unterstützte „Rat der Immobilienweisen“ hat Anfang Februar sein Frühjahrsgutachten vorgestellt. Das Fazit: Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise konnten der deutschen Immobilienwirtschaft bisher nichts anhaben. Im Gegenteil hätten niedrige Zinsen, Inflationsangst und der internationale Mangel an sicheren Anlagemöglichkeiten die Investitionen in Wohnungen, Büros und Handelsimmobilien deutlich ansteigen lassen. Auch für die nächsten Jahre prophezeien die Immobilienweisen eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Als Risikofaktoren seien jedoch die mögliche Einführung von Euro-Bonds sowie die Maßnahmen zur Banken- und Versicherungsregulierung auf europäischer Ebene zu beachten, vgl. Immobilen Zeitung v. 8.2.2012.
In einer aktuellen Studie hat ImmobilienScout24 die durchschnittlichen Wohnraum-Neuvertragsmieten (Kaltmiete/m2) der 50 größten deutschen Städte verglichen und ein Mietpreis-Ranking erstellt, Pressemitteilung v. 26.1.2012, immobilienscout24.de.
Die 10 teuersten Städte:
1. München 12,98
2. Frankfurt a.M. 11,80
3. Hamburg 10,68
4. Stuttgart 10,07
5. Freiburg i.B. 9,80
6. Düsseldorf 9,33
7. Karlsruhe 9,29
8. Köln 8,98
9. Mainz 8,97
10. Münster 8,96
Die 10 günstigsten Städte:
41. Halle (Saale) 5,28
42. Oberhausen 5,28
43. Hamm 5,19
44. Duisburg 5,16
45. Herne 5,03
46. Leipzig 5,01
47. Magdeburg 4,97
48. Hagen 4,91
49. Gelsenkirchen 4,74
50. Chemnitz 4,61
Die größte Stadt Berlin landet mit 7,27 €/m2 auf Platz 17.

Bestellen